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Führerscheinreform

Hier findest du Informationen

zur geplanten Führerscheinreform

Führerscheinreform: Wird der Führerschein wirklich einfacher und günstiger?

Die geplante Reform soll den Führerschein bezahlbarer machen. Vorgesehen sind unter anderem flexiblere Lernformen, ein kleinerer Fragenkatalog und weniger Vorgaben für die praktische Ausbildung. Für dich bedeutet das jedoch nicht automatisch weniger Lernaufwand, geringere Kosten oder eine schnellere Prüfung.

Noch sind die Änderungen nicht endgültig beschlossen. Stand 21. September 2026 ist die erste Beratung des Gesetzentwurfs im Bundestag für den 24. September vorgesehen. Die bisherigen Regeln gelten weiterhin. Deutscher Bundestag

Theorieprüfung: Schon eine einzige besondere Frage kann entscheidend sein

Der Verordnungsentwurf sieht für den erstmaligen Erwerb der Klasse B weiterhin 30 Prüfungsfragen vor. Geplant sind:

  • Ein Fehlerpunkt pro falsch beantworteter Frage.

  • Höchstens drei Fehlerpunkte.

  • Sofortiges Nichtbestehen bei einer falsch beantworteten, mit einem Sternchen gekennzeichneten Frage.

Damit könnte künftig bereits eine einzige falsch beantwortete Sternchenfrage zum Durchfallen führen – selbst wenn alle anderen Antworten richtig sind. Verordnungsentwurf, Seiten 36–37

Heute gelten beim Ersterwerb der Klasse B maximal zehn Fehlerpunkte, wobei Fragen unterschiedlich stark gewichtet werden. Zwei falsch beantwortete Fünf-Punkte-Fragen führen bereits heute zum Nichtbestehen. „Drei statt zehn Fehlerpunkte“ lässt sich deshalb nicht direkt vergleichen. Die geplante Sternchenregel wäre aber eine zusätzliche Hürde, bei der kein weiterer Fehler nötig wäre. Derzeitige Prüfungsbewertung

 

Theorieunterricht: Persönliche Unterstützung wäre nicht mehr selbstverständlich

Die Pflicht zum Präsenzunterricht soll entfallen. Du könntest das Wissen vollständig digital erwerben. Unterricht in der Fahrschule, betreute Onlineangebote und Kombinationen daraus sollen weiterhin möglich bleiben. Du müsstest also nicht ausschließlich zu Hause per App lernen. Allerdings wären Fahrschulen nicht verpflichtet, Präsenzunterricht anzubieten. Verordnungsentwurf, § 3

 

Unsere Einschätzung: Wer allein lernt, braucht viel Eigeninitiative. Wenn Erklärungen, Rückfragen und gemeinsame Beispiele fehlen, können Verständnisprobleme länger unentdeckt bleiben. Besonders für Schüler, denen selbstständiges Lernen schwerfällt, ist persönliche Unterstützung wertvoll.

Eine App kann beim Üben helfen. Ob du eine Verkehrssituation wirklich verstanden hast, zeigt sich jedoch nicht allein daran, dass du die richtige Antwort wiedererkennst.

Weniger Prüfungsstoff bedeutet nicht automatisch eine leichtere Prüfung

Der gesamte Fragenkatalog soll um etwa ein Drittel verkleinert werden. Das kann den Vorbereitungsumfang reduzieren. Es bedeutet aber nicht, dass du in der eigentlichen Klasse-B-Prüfung ein Drittel weniger Fragen beantworten musst. Bundesverkehrsministerium

 

Sonderfahrten: Weniger vorgeschriebene Sonderfahrten sind keine Garantie für weniger Fahrstunden

Die bisherige feste Anzahl der Sonderfahrten soll entfallen. Überland-, Autobahn- und Dunkelheitsfahrten bleiben Ausbildungsbestandteile; dein tatsächlicher Übungsbedarf bleibt entscheidend. Außerdem sieht der Entwurf eine kürzere praktische Prüfung für Klasse B vor. Verordnungsentwurf

Wer zusätzliche Übung benötigt, wird deshalb nicht automatisch mit weniger Stunden auskommen. Für gut vorbereitete Schüler können sich dagegen Einsparmöglichkeiten ergeben.

 

Kosten und Ausbildungsdauer: Entscheidend bleibt, wie gut du vorbereitet bist

Aus unserer Sicht besteht ein Risiko darin, bei der Vorbereitung an der falschen Stelle zu sparen: Bleiben Wissenslücken bestehen, können zusätzliche Erklärungen in Fahrstunden oder Wiederholungsprüfungen nötig werden. Das kann Zeit und Geld kosten.

Umgekehrt können passende digitale Angebote und flexiblere Ausbildungswege auch entlasten. Welche Wirkung die Reform tatsächlich auf deinen Führerscheinpreis hat, lässt sich heute nicht zuverlässig vorhersagen.

 

Unser Rat: Achte auf die gesamte Ausbildung – nicht nur auf den Einstiegspreis.

Frage nach, welche persönliche Betreuung enthalten ist, wer dir bei Verständnisproblemen hilft und wie du auf die Prüfung vorbereitet wirst. Gute Ausbildung soll dir helfen, sicher zu fahren und unnötige Wiederholungen zu vermeiden.

Auch der ADAC rät davon ab, den Ausbildungsbeginn allein wegen erhoffter Einsparungen durch die Reform aufzuschieben. Die möglichen Kostenentlastungen seien noch nicht abschätzbar.

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